Salzburger Landestheater: ab 8. August 2020

Das Theater und die Seelenrelevanz: Salzburger Landestheater

Das Salzburger Landestheater feiert am 8. August die Eröffnung seiner Spielzeit und freut sich auf „fröhliche, neugierige, kritische Wiederbegegnung“.

Die Eröffnung der neuen Spielzeit scharrt im Salzburger Landestheater bereits in den Startlöchern. „Eigentlich hätte der Probenbetrieb am 10. August begonnen“, erklärt Veronika Puttinger, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. „Nun beginnen wir schon am 3. August und können so bereits am 8. August mit der Premiere des musikalischen Soloabends ALL YOU NEED IS…? in den Kammerspielen starten, dicht gefolgt von der Premiere von SHAKESPEARE IM PARK: ELVES AND ERRORS und am 12. August im Park von Schloss Leopoldskron.“ Möglich machen das die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen, durch die die Proben bereits im Mai wieder aufgenommen werden konnten. Dazu gehöre, so Veronika Puttinger, „das Proben in Kleingruppen, regelmäßiges Lüften und Desinfizieren und das Tragen von Masken überall dort, wo der Abstand nicht eingehalten werden konnte. Da das Abstandhalten im Tanz ein Ding der Unmöglichkeit ist, wurde das gesamte Ballettensemble getestet, bevor hier gemeinsame Proben stattfanden.“

Sicherheit? Check!

Sicherheit werde nach wie vor groß geschrieben. „Wir arbeiten in enger Absprache mit unserer Arbeitsmedizinerin Frau Dr. Eva Steinacher, der Theaterleitung und der technischen Direktion daran, die jeweils aktuellen Vorgaben zur Sicherheit von Publikum, Künstler*innen und allen Mitarbeiter*innen des Salzburger Landestheaters umzusetzen.“ Damit steht auch der Eröffnung der neuen Spielzeit am 8. August mit dem musikalischen Soloabend ALL YOU NEED IS…? von und mit Sophie Mefan nichts mehr im Wege. Der Abend besteche durch seine Aktualität und zeigt sich vom Instagram-Account und Blog von „Humans of New York“ inspiriert.ALL YOU NEED (c) Witzgall  „Die Produktion ist eine Liebeserklärung an das Leben in all seiner Diversität, dabei aber auch am Puls der Zeit, wenn Sophie Mefan die Bühne „nur“ mit einem Pianisten teilt. Dann ist übrigens auch Abstandhalten kein Problem.“

„Heimkehr zum Ich“

Mit dem Motto für die Spielzeit 20/21 beweist das Landestheater einen Hang zum Kassandrahaften. „Die Spielzeit steht unter dem Motto „Heimkehr zum Ich“. Tatsächlich wurde dieses Thema schon vor langer Zeit festgelegt und bezog sich auf die Tendenz, dass sich viele Menschen immer mehr in der Öffentlichkeit selbst inszenieren, während sich viele andere sehr bewusst auf sich selbst besinnen und sich zurückziehen. Die Corona-Krise und die damit verbundene Isolation gibt dem Thema nun eine zusätzliche Bedeutung.“ Die Zeit zum Innehalten und zur Selbstreflexion sollte sich aber nicht nur das Publikum gönnen, sondern auch die Politik. Zum Thema „Systemrelevanz“ bezieht das Theater klar Position. „Wir haben am Ende des Lockdowns, als wir Konzerte in Seniorenwohnhäusern gegeben haben, das Fazit ziehen dürfen, dass nach einiger Zeit des notwendigen Rückzugs unsere Kunstform von den Menschen außerordentlich glücklich begrüßt wurde. Wir durften also erfahren, wie seelenrelevant unsere Arbeit ist.“

In diesem Sinne bietet die Spielzeit 20/21 des Mehrspartenhauses mit seinem breiten Repertoire viel Möglichkeit zum Eintauchen und Auftanken der seelischen Reserven. Das 1625 errichtete Gebäude wurde übrigens 1775 von Fürsterzbischof Colloredo trotz vehementem Widerstands von Bürgermeister Weiser schleifen gelassen und in ein Fürsterzbischöfliches Hoftheater umgewandelt. Die Systemrelevanz des Theaters wurde der Politik also eigentlich schon vor über 200 Jahren bewiesen.. Damit steht der „fröhlichen, neugierigen, kritischen Wiederbegegnung“, die sich das Landestheater von seinen Besucher*innen wünscht, auch nichts mehr im Wege. „Gerade die ungewollte künstlerische Auszeit hat uns wieder gezeigt, wie groß der Wunsch unseres Publikums nach direkter künstlerischer Begegnung ist. Nun genießen wir gemeinsam, dass dies wieder möglich ist. Ein breitgefächertes Programm in allen Kunstsparten erwartet unsere Gäste.“

 

Zum Spielplan des Salzburger Landestheater

 

Fotonachweis: Anna-Maria Löffelberger (Sujet), Tobias Witzgall (Rest)

 

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