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König der Herzen – Salzburger Strassentheater

König der Herzen | Salzburger Strassentheater

BRITISCHES MIA SAN MIA

Beim KÖNIG DER HERZEN bleibt kein Ressentiment auf dem anderen. Das Salzburger Straßentheater hat sich unter der Leitung von Georg Clementi einer Politkomödie angenommen. Die ist alles, nur nicht leise.

Monty Python hüpften vom britischen Eiland nach Salzburg und richteten es sich recht wohnlich ein. Der Stil? Modern! Der Austragungsort? Flexibel! Schließlich adaptierte Intendant Georg Clementi das bitterböse Polittheater KÖNIG DER HERZEN des Schotten Alistair Beaton für das Salzburger Straßentheater. Und das – so weiß hier jedes Kind – tourt zwischen Juli und August mit dem eigenen Wagen durch die Lande; egal ob Stadt oder Dorfplatz, die Bühne der Salzburger Kulturvereinigung sitzt. Das Resultat ist Theater zum (Mit)Leben und buntes Kontrastprogramm zum elitären Festspiel(wahn). Continue Reading

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Das neue Stück – WeGe Theater

MIT CHARME, TOAST UND GHETTOBLASTER

Sieben Lehrer und ein Improstück am Schauspielhaus Salzburg: Das WeGe theater begeht den 50sten Geburtstag des Salzburger Amateurtheater Festivals mit stolzem Programm – und spielt sich dabei in Ekstase.

Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch. Oder auf die Kulturszene umgelegt: Sind die professionellen Häuser in der Sommerpause, erobern freie Szene und ambitionierte Laienschauspieler*innen das Terrain. Von dieser Spiel-Lust profitiert das Publikum, das sich selbst über die Sommermonate bestens unterhalten fühlen darf. Continue Reading

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The Wave – Tim Freitag

Tim Freitag - Schweizer Band

HAPPY DANCE MIT BAUARBEITERDEKOLLETEE.

„Pop goes the Weasel“ oder TIM FREITAG – die Schweizer Band veröffentlichte mit „The Wave“ ihre nächste Single. Und setzt neben großen Emotionen und philosophischen Reminiszenzen auch auf ironische Bildsprache.

Bei Tim Freitag geht es Schlag auf Schlag. Die Zürcher Band rund um Frontmann Janick Pfenninger brachte kürzlich ihren neuesten Release-Clou auf den Weg: „The Wave“. Der Titel ist ein Versprechen, das das motivierte Quintett umgehend einlöst. Einer Welle gleich schwappt der Song mit den ersten rockig elektronischen Klänge auf das Publikum über und nimmt es mit auf eine abenteuerliche Reise durch emotionales Hoheitsgewässer. Continue Reading

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Der thermale Widerstand – Theater der freien Elemente

AUF DIE THERMALEN BARRIKADEN

Greift euch die Badenudel und paddelt um euer Seelenheil:  Im THERMALEN WIDERSTAND des Theaters der freien Elemente ist Bademeister Hannes auf Krawall gebürstet. Wunderbar musikalische Absage an die Norm.

Eigentlich passt es wie Topf auf Deckel oder, nicht ganz so zurückhaltend formuliert, Faust auf Auge: Das Theater der freien Elemente nimmt sich dem Kampf der freien Radikalen an. Beide Male wird dem System getrotzt. Alles herrlich frei also, oder? Nein, denn da sind ja die Zwänge, gegen die die freien Radikale – oder im konkreten Fall Wut-Bademeister Hannes – in Ferdinand Schmalz‘ DER THERMALE WIDERSTAND kämpfen. Continue Reading

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Houseparty – Szene Salzburg

PARTY IN DA SOMMERSZENE-HOUSE

Tupperparty, Kerzenparty oder Dessousparty? Schnöder Schnickschnack. Die Salzburger Sommerszene holt sich mit der HOUSEPARTY von notfoundyet lieber das Fast-Original auf die Bühne.

Kennt eigentlich noch jemand die britische TV-Show „Houseparty“? Die lief zwischen den sechziger und neunziger Jahren und prägte – behauptet zumindest Dr. Google – ganze Generationen. Nein? Dann sind wir schon zu zweit! Oder waren es bis gerade eben. Die Künstler Laia Fabre und Thomas Kasebacher luden im Zuge der Sommerszene unter ihrem Label notfoundyet zu einer ganz persönlichen Houseparty – und nutzten das Genre des geselligen Zusammenseins für ein kleines Sozialexperiment. Continue Reading

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Yellow Line – Das OFFTheater

ES FLIEGT, ES FLIEGT… EINE KUH

Sozialsatire am OFFtheater: Die muss laut, schrill und sehr bunt sein. YELLOW LINE macht es vor und erobert als schräge Groteske die kleine, aber feine Bühne in der Eichstraße.

Die Kuhglocke der bäuerlichen Europa-Allegorie läutet laut und deutlich. Sie lockt das Publikum in Scharen an, um es in den Zuschauerstall zu treiben. Wobei, treiben ist hier eigentlich der falsche Ausdruck. Nur allzu willig trottet die eifrige Schar der Allegorie hinterher. Dort erwartet sie schon ein eingezäunter Bereich; nein, keine gelbe Linie – die folgt erst später -, sondern ein weißer Weidezaun und die eindringliche Bitte, die Schauspieler während des Fluges nicht zu füttern. Was so grotesk daherkommt, ist eine paradimagtische Einstimmung auf das Kommende. Und das nennt sich YELLOW LINE. Continue Reading

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Döner zweier Herren – Heckentheater im Mirabellgarten

Als Epidicus auf den Döner kam

Ein Diener, der vor lauter Hunger gleich bei zwei Herren anheuert – das ist Komödienstoff à la Plautus. Den griff einst Carlo Goldoni auf, was wiederum John von Düffel zu DÖNER ZWEIER HERREN animierte: Österreichische Erstaufführung im Heckentheater.

„Bitte, bitte lieber Wettergott!“. Niemand bangt so wunderbar mit jeder Wolke wie das Publikum von Freiluft-Veranstaltungen. Zeigt sich die Witterung gnädig, wird ihr gerne mit leichter Theaterkost gehuldigt. Das ist die Stelle, wo meistens der Name Carlo Goldoni fällt – während Plautus einsam und vergessen in seinem Grab rotiert. Tatsächlich war der römische Dichter einer der ersten und produktivsten Komödien-Macher seiner Zeit, ach was, überhaupt. Das muss man erst einmal sacken lassen. Continue Reading

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Lange Nacht der Kirchen – Ökumenischer Arbeitskreis

Weltlich-spirituell: die Lange Nacht der Kirchen

Menschenscharen, die spätabends durch die Stadt schlendern und sich von einer Kirche in die nächste treiben lassen – die LANGE NACHT DER KIRCHEN ist zurück und fasziniert 2018 mit farbenfrohem Programm.

Ich muss gestehen, ich brauchte ungefähr 20 Jahre, bis ich hinter den Sinn von „Hevenu Shalom Aleichem“ kam. Das war eines der Lieder, die wir mit Hingabe beim Sternsingen oder im Jungscharkurs sangen. Wobei die Begeisterung nicht unbedingt einer religiösen Leidenschaft entsprang, sondern vielmehr der eingängigen Melodie gezollt war. Es half außerdem, dass das Lied aus nur drei Wörtern bestand, die sich ständig wiederholten. Was sie genau bedeuteten, kümmerte uns wenig. Die Erleuchtung folgte also erst 20 Jahre später, im Hebräisch-Unterricht: הבאנו שלום עליכם. Ich hätte es auch einfacher haben können: Die zweite Strophe wurde auf Deutsch gesungen „wir wollen Frieden für alle“. Das ist mir in meiner kindlichen Unbekümmertheit offensichtlich entgangen. Continue Reading

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Flüchtling – Landestheater Salzburg

Kinder an die Macht

Dass das Leben kein Ponyhof ist, zeigt die neue Kinderoper am Landestheater Salzburg. Mit FLÜCHTLING werden die Jüngsten kindgerecht an eine Wirklichkeit jenseits von Zuckerwatte und Instagram-Filter herangeführt.

Feierlaune auf dem Schulhof, die Ferien stehen vor der Tür. Ausgelassen liefern sich die Kinder mit Wasserpistolen feuchte Schlachten und haben sichtlich Spaß daran. Das Leben in dieser Europa-Idylle könnte so schön sein, als mit dem unvermuteten Auftauchen von Flüchtlingsmädchen Djamila ein kleines Stückchen sehr realer Krieg im Klassenzimmer Einzug hält – aus dem Spiel wird Wirklichkeit. Continue Reading

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Nächte im Moulin Rouge – Schauspielhaus Salzburg

Farbenprächtiges Varieté für die Hosentasche

Das Schauspielhaus Salzburg feiert mit der Uraufführung von NÄCHTE IM MOULIN ROUGE eine bittersüße Ode an das legendäre Etablissement am Montmartre.

Man soll die Feste bekanntlich feiern, wie sie fallen. Nirgendwo tun sie das so häufig und intensiv wie im Moulin Rouge, der ersten Adresse am Place Blanche in Paris. Dabei sollen täglich rund  800 Flaschen Champagner sprudeln. „Wie dekadent“, mögen jetzt die einen ausrufen. Die haben das berühmte Varieté noch nie bei Tag gesehen. „Wie öde“, jammern also die anderen und trauern den prunkvollen Jahren der Belle Époque nach. Damals zur Jahrhundertwende – der vorvorige natürlich – , als der Kirchturm der Sacré-Coeur in Montmartre noch mit der roten Windmühle wenige Gehminuten weiter um Besucher*innen konkurrierte und die jauchzenden Sprünge der frivolen Tänzer*innen elegante Männer in Frack und Zylinder ins Moulin Rouge lockten, ja, das waren noch Zeiten… Continue Reading

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