Der Elefantenmensch | Foto Flausen

Theater ecce: ab 3. Juli 2020

Ein Spielplan ohne Modeströmungen, aber mit viel Tiefe: das Theater ecce.

Einfach kann jeder, divergent und facettenreich das Theater ecce. Mit den anstehenden Premieren entfaltet das inklusive Ensemble einmal mehr sein volles Potential: ab 3. Juli im Theaterzelt im Volksgarten.

Das Theater ecce hat eine Vision: Seit mehr als 20 Jahren setzt die Gruppe freier Theaterschaffende mit internationalem Ensemble und Menschen mit Beeinträchtigung auf Inklusion und Partizipation. Die Wahl von Mimen und Aufführungsort ergibt sich dabei ganz individuell aus dem jeweiligen Stück und seiner Aussage. Das Ergebnis sind spannende und spartenübergreifende Produktionen, die „neue Formate des Zusammenwirkens erproben und Raum für künstlerische und soziale Entwicklungen schaffen“, wie Reinhold Tritscher betont. Seit Gründung ist der Schauspieler und Regisseur künstlerischer Leiter des Theater ecce. Der Elefantenmensch | c Foto Flausen

Zwischen Mitleid und ärztlicher Neugierde: Der Elefantenmensch

Mit DER ELEFANTENMENSCH nimmt die aktuelle Spielzeit einen zweiten Anlauf. Das Stück sollte bereits im Frühjahr an der ARGEkultur premieren, musste aber Covid19 bedingt eingestellt werden. „Jetzt starten wir am 3. Juli im Theaterzelt im Volksgarten, was eigentlich nicht geplant war, aber unser Spielplan unterliegt keinen Modeströmungen“, so Reinhold Tritscher.  Gleichzeitig scheint der Aufführungsort mit dem Theaterzelt kaum besser gewählt: Auf einem Londoner Jahrmarkt entdeckt der Arzt Dr. Treves den „Elefantenmenschen“ Joseph Merrick. Merrick ist von einer Krankheit so entstellt, dass er sich in einer Schaubude als Kuriosität verdingt. Aus Mitleid und ärztlicher Neugierde nimmt sich Dr. Treves des Mannes an und bedient dabei gleichzeitig eine andere Form der Sensationslust.Der Elefantenmensch | Foto Flausen

Aktuelle Diskurse

Inklusion wird bei Theater ecce großgeschrieben und damit auch der schmale Grat, der das Einbinden von Menschen mit Beeinträchtigungen von der Zur-Schau-Stellung trennt. Gleichzeitig hat DER ELEFANTENMENSCH in den letzten Tagen noch durch einen weiteren Diskurs zusätzliche Aktualität erhalten. „Die Frage der menschlichen Würde, die Diskussion um den Postkolonialismus, die den Hintergrund des Stückes liefern, bekommen gerade jetzt wieder einmal große Brisanz. Verletzungen der menschlichen Würde werden uns mit oder ohne Corona vermutlich noch längere Zeit beschäftigen.“Der Elefantenmensch | Foto Flausen

Das Leitthema des Jahresspielplans sind die verschiedenen Facetten des „Anderseins“. „In den VOLXtheaterwerkstätten ist die Reaktion auf aktuelle Ereignisse ohnehin immer unmittelbar gegeben. In den beiden in Arbeit befindlichen Produktionen spiegelt sich somit auch die Covid19 Krise wider“, erklärt Tritscher. Übrigens auch in den Proben, denn besonders in der Arbeit mit beeinträchtigten Menschen muss zur Zeit noch mehr Sorgfalt als üblich gewaltet gelassen werden.

Auf ins Theater

Die Menschen gehen viel zu selten ins Theater, findet auch Reinhold Tritscher und versucht mit dem Theater ecce „die Hemmschwelle niedrig und die Qualität hochzuhalten.“ Dafür setzt der künstlerische Leiter auf divergentes Programm, das in alle Richtungen offen ist. „Wir mögen kein Zeigefinger-ich-erkläre-dir-dieWelt-Sensationstheater. Ehrliches, menschliches Theater, gut gemacht – das muss reichen. Darum bemühen wir uns jedenfalls.“ Und was sich das Theater ecce vom Publikum wünscht? „Dass es zahlreich kommt!“. Vorläufig bis zu 100 Personen.

Premieren
Fr, 03.07. Der Elefantenmensch, Theaterzelt im Volksgarten
Sa, 11.07. Ikarus, Theaterzelt im Volksgarten
Do, 06.08. Fettes Schwein, Kunsthaus Nexus Saalfelden
So, 09.08. Schnalzen Circuszelt Leogang
weitere Spieltermine
www.theater-ecce.com

Fotonachweis: Foto Flausen

 

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