Unnuetzes Salzburg Wissen

Unnützes Salzburg Wissen – Holzbaum Verlag

Eine kuriose, amüsante Salzburg Reise: UNNÜTZES SALZBURG WISSEN, Holzbaum Verlag

#stayhome? Aber gerne doch. UNNÜTZES SALZBURG WISSEN liefert die Reise direkt an die eigene Haustür. Ein kompaktes Büchlein mit Unterhaltungswert.

Touristenführer gibt es viele. Salzburg kann ein Lied davon singen. Been there, done that and… bought a tourist guide of course. Einen neuen Weg schlägt der Holzbaum Verlag ein: UNNÜTZES SALZBURG WISSEN. Unnütz ist hier selbstverständlich wenig, vielmehr wirft das kurzweilige Büchlein mit Fun Facts und kuriosen Pointen nur so um sich. Schon gewusst? Salzburg hat jährlich so um den Dreh herum 150 Regentage und konnte 2017 gleich 1.894 Sonnenstunden verzeichnen. Wem das zu faktenlastig ist, da geht noch mehr.

Salzburger Gassenhauer

Das Königsgässchen neben der Linzergasse zum Beispiel erhielt seinen Namen von dem dort wohnenden Nachtkönig. Wer sich jetzt fragt, „Nacht – bitte was?“. Der Nachtkönig war der Unglückselige, der nächtens die stinkenden Gruben säubern durfte, in denen sich der Unrat der Anwohner sammelte. Ja, es gibt tatsächlich angenehmere Aufgaben, ist aber definitiv einen kleinen Umweg durch das Königsgässchen wert. Die ganz motivierten Salzburg Abenteurer halten jetzt, wenn sie das lesen, vielleicht sogar kurz inne und gedenken der armen Seelen vergangener Nachtkönige. Ein Hoch auf die zeitgenössische Müllabfuhr.

Die Herrengasse wiederum hieß früher eigentlich „Hundsgasse“ und hatte mit der tierischen Komponente genauso wenig zu tun wie die berühmte Getreidegasse mit Korn. Vielmehr bezieht sich der „Hund“ auf die  dubiosen Männer, die sich früher dort herumtrieben, um das örtliche Freudenhaus aufzusuchen. Das musste übrigens schon damals auch ganz ohne Corona Abstand halten – nämlich mindestens 300 Meter zu Schulen, Krankenhäusern, Kasernen, Spielplätzen oder religiösen Gebäuden.

The Future is now

Kuriose Geschichten schreibt auch die Salzburger Gegenwart: Stichwort Lady Loos. 2002 wurden im Salzburg Congress Damen-Pissoirs installiert. Die waren augenscheinlich nicht so der Renner, Salzburg Museum der Moderne What I saw from the cheap seatsweil sie 2015 bereits wieder weichen mussten. Mit noch weniger Enthusiasmus wurde die Mozart-Skulptur von Markus Lüpertz am Ursulinenplatz goutiert. Statt Glanz und Gloria hagelte es Rüffel und Schmierereien. Sogar gefedert wurde die armlose Ode an Johannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart, der volle Name des inoffiziellen Salzburger Nationalheiligen Wolfgang Amadeus Mozart. Apropos berühmter Filius. Manche Sightseeing-Höhepunkte sind so gut versteckt, dass sie gar nicht auffallen und sogar den Einheimischen verborgen bleiben. UNNÜTZES SALZBURG WISSEN lüftet diese und ähnliche Geheimnisse – wie beispielsweise die der Außenfassade des Museums der Moderne am Mönchsberg. Man achte auf die Anordnung der Fugen. Die wirkt zwar willkürlich, ist es aber nicht. Ein Computerprogramm ordnete die Schlitze entsprechend bestimmter Arien aus Mozarts DON GIOVANNI an.

Kurzweiliger Lesespaß

Bei aller Liebe zu kuriosen Fakten, Schnellleser haben das neue Salzburg-Büchlein des Holzbaum Verlag im Handumdrehen (oder binnen weniger als zwei Stunden) durch. Die schrägen Details werden nur kurz angeschnitten und verharren an der Oberfläche. Ein feiner Zeitvertreib, der nicht zu sehr anstrengt. Ideal aber auch, um dem Corona lastigen #staythefuckhome Hausarrest eben doch ein Schnippchen zu schlagen und auf Reisen zu gehen. Gedanken sind schließlich frei und Salzburger lernen ihre Stadt von einer ganz neuen Seite kennen.

 

Fotonachweis: What I saw from the cheap seats

Artikel zum Download in PDF-Format

 

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