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Science Busters – MotzArt Festival

Lachen bis die Science Busters kommen

Zum 36. MotzArt Festival bittet die ARGEkultur das bekannteste Wissenschaftskabarett Österreichs auf die Bühne: die berühmt-berüchtigten Science Busters – und sie machen ihrem humorigen Ruf alle Ehre.

Die Naturwissenschaft hat’s nicht leicht. In der Schule interessieren sich meistens nur die super Motivierten für sie, die in ihre Richtung Begabten oder die, deren Coolness-Faktor nicht unter einer Affinität für’s Fach leidet. Das schließt das Gros der Klasse bereits per se aus. Dem bleibt dann bis ins Erwachsenendasein oft dieser unglaubliche und nicht in Worte zu fassende Respekt vor der Materie. Die Naturwissenschaft also ein Buch mit sieben Siegeln? Nein, nicht wenn es nach den Science Busters geht. Die sind seit 2007 auf populärwissenschaftlicher Mission durch Österreich. In unterschiedlicher Konstellation formiert man sich um Martin Puntigam, dem M.C. (Master of Ceremony) oder auch ganz lapidar Moderator, und bringt die trockene Materie humorig, performativ und sehr charmant unters Volk.

Lachen und Pointen werden auch beim 36. MotzArt Festival an der ARGEkultur großgeschrieben. Deshalb trifft sich der Besuch der Science Busters mit ihrem Jubiläumsprogramm WARUM LANDEN ASTEROIDE IMMER IN KRATERN? auch hervorragend. Gemeinsam mit dem Mikrobiologen Prof. Dr. Helmut Jungwirth und dem Astronom und Science Blogger Dr. Florian Freistetter empfiehlt Moderator Martin Puntigam im obligatorisch hautengen rosa Polyester-Shirt (zum Jubiläum auch extra mit Glitzer) aber nicht nur das gleichnamige Buch, sondern gewährt auch äußerst humorvolle Einblicke in die Welt der Naturwissenschaften. Dafür kreiert das Trio auf der Bühne das passende Setting – man ist per Sie, nimmt aber sonst nur sehr wenig ernst. Vor allem die diversen Berufstitel und so manche vergangene Adelsbezeichnung werden sehr zum Amüsement des Publikums schamlos für Pointen und den einen oder anderen Kalauer ausgenutzt. Gleichzeitig lebt das Wissenschaftskabarett von diesen Reibereien zwischen den Professionen. Fast keine Erklärung bleibt von der ‚Gegenseite‘ unkommentiert – die Mikrobiologie versus Astronomie. Zwischendurch werden kleine private Einblicke gewährt, die natürlich noch mehr Munition für humorige Sticheleien liefern. Spätestens an dieser Stelle könnte das Programm Gefahr laufen, ins Seichte und Oberflächliche abzudriften, tut es allerdings nicht. Denn wo andere Kabarettprogramme auf schnelle Höhepunkte setzen, haben sich die Science Busters tatsächlich der Wissenschaft verschrieben. Geht es um ihre Materie, kennen die beiden Naturwissenschaftler kein Pardon. Mythen lassen sie nicht gelten; präzise und klar formulieren sie ihre Thesen, die sie adrett populärwissenschaftlich verpackt an ein bestens gelauntes Publikum servieren. Selten waren die Naturwissenschaften so unterhaltsam.

Stellt sich am Anfang vielleicht noch die Frage, wozu eigentlich ein Moderator, wenn es auch ein Schiedsrichter täte, wird die Funktion von Martin Puntigam schnell deutlich. Eloquent und humorvoll stellt er gezielt einfach formulierte Fragen und wird zum Sprachrohr des Publikums. Die zwei Wissenschaftler auf der Bühne haben gar nicht die Chance, sich in Fachsprech zu verlieren oder in zu komplexe Erklärungen auszuschweifen. Puntigram greift ungeniert ein und benennt die Dinge so konkret, wie es vermutlich nicht einmal den unbedarftesten Seelen in den Sinn gekommen wäre. Mit Erfolg, der Saal brüllt vor Lachen. Und dann ist da ja noch der performative Charakter; um die wissenschaftlichen Phänomene entsprechend zu präsentieren, greifen die einen zu humorigen Skizzen (Dr. Freistetter) und die anderen zu geschmacklich ausgereiften Experimenten (Prof. Dr. Jungwirth). So lässt sich vermutlich auch der größte Naturwissenschaftsmuffel von der Materie begeistern.

 

Fotonachweis: Büro Alba / Science Busters

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