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Ragtime – Oper Graz

Baby, it’s Ragtime outside

Zerrissene Takte und ein gespaltener Erzählstrang: Die Oper Graz lässt mit Philipp Kochheims RAGTIME ab Januar die frühen Zwanziger des vorigen Jahrhunderts wieder aufleben.

Musicals gibt es viele, einige davon sind auch wohlbekannt. Wie sieht’s aber mit den anderen aus, die, die ein Nischendasein fristen?! RAGTIME ist so ein Fall. Noch nie von RAGTIME gehört? Das ging mir genauso, lässt sich aber ändern. Dafür bedarf es nicht mehr als einem kleinen Ausflug nach Graz.

Die Oper Graz hat sich des Musikstücks von Stephen Flaherty (Musik; Buch: Terrence McNally, Text: Lynn Ahrens) aus dem Jahr 1996 angenommen. Der Plot basiert auf einem Roman von E. L. Doctorow, der übrigens anfangs wenig erbaut über die „Vermusicalung“ seiner literarischen Vorlage gewesen sein soll. RAGTIME erzählt die Geschichte von drei Einwanderer-Gruppen in das Amerika der frühen zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts: Afro-Amerikanern, osteuropäischen Immigranten und Vertreter*innen der weißen Oberschicht. Politische und soziale Umbrüche werden genauso thematisiert wie Bürgerrechts- und Arbeiterbewegungen oder das Erstarken der amerikanischen Wirtschaft. Als Basis dient der Ragtime: Ein Klavierstil, der ab etwa 1870 von afroamerikanischen Pianisten im mittleren Westen der USA entwickelt und zur Unterhaltung in Tanzhallen, Kneipen oder ähnlichen Etablissements gepflegt wurde. Gleichzeitig gilt der Ragtime auch als Vorläufer des Jazz‘.

In Kassel punktete das Musical RAGTIME bereits mit einer umjubelten Saison – die jetzt in die steiermärkische Landeshauptstadt kommt. Genau genommen ist es am 13. Januar soweit, dann nämlich feiert RAGTIME Premiere an der Oper Graz. Die österreichische Erstaufführung bildet auch zugleich das Graz-Debüt für Regisseur Philipp Kochheim. Dabei dürfte sich die Nervosität in Grenzen halten, schließlich hat die Inszenierung des Künstlers bereits sehr erfolgreiche Spielzeiten in Braunschweig und Kassel auf dem Rücken – läuft.

 

Fotonachweis: Volker Beinhof (Sujet), N. Klinger (Text)

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