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Lupus in fabula – ARGEkultur

„Den Würmern wirst du Wildbret sein.“

Tod und Vergänglichkeit sind keine heiteren Themen: Petra Schönwalds Inszenierung LUPUS IN FABULA nähert sich ihnen deshalb feinfühlig und mit viel Emphase an. Eine Produktion, die nachdenklich stimmt und doch optimistisch ausklingt.

Anfangs scheint alles unwirklich. Meistens gehen wir automatisch davon aus, dass es ohnehin immer nur die anderen trifft. Nie käme uns in den Sinn, das zu hinterfragen. Doch was, wenn sich alles ändert und wir plötzlich die anderen sind? Diese Erfahrung machen drei Schwestern am Sterbebett des Vaters. Petra Schönwald inszenierte Henriette Dushes LUPUS IN FABULA in Koproduktion mit der ARGEkultur. Continue Reading

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Biedermann und die Brandstifter – Schauspielhaus Salzburg

Das burleske Spiel vom Sterben des opportunistischen Mannes.

Was geschieht eigentlich, wenn man zu oft vom Konformismus nascht? Peter Raffalts Inszenierung BIEDERMANN UND DIE BRANDSTIFTER zeigt es am Schauspielhaus Salzburg  vor: ironisch, intensiv und schaurig-schön.

Max Frisch widmete der Otto-Normalverbraucherversion des pompösen Jedermanns – dem einfachen Biedermann – ein ganzes  Stück. Nun ja, eigentlich sind es sogar mehrere, inkludiert man die Texte seines Oeuvres, in denen er das Sujet bereits vorab durchspielte. Frisch wusste, was er tat, als er „Biedermann und die Brandstifter“ schuf und fuhr alle Mitteln der literarischen Kunst auf. Peter Raffalt wusste es ebenfalls, als er das Drama für das Schauspielhaus Salzburg inszenierte und die solide Grundausstattung mit zeitgenössischem Ornat ergänzte. Continue Reading

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Mr. Pilks Irrenhaus – Theater OFFensive

Die vermutlich pathologischste Komödie… ever!

Es ist bekannt, dass Ken Campbells „Mr. Pilks Irrenhaus“ schräg ist. Wie steigerbar verrückt aber tatsächlich ist, demonstriert die Theater OFFensive höchst eindrücklich mit ihrer wunderbar grotesken Inszenierung des Pilk’schen Wahnsinns. – Nicht verpassen!

Endlich, die Theater OFFensive ist zurück! Nach einer viel zu langen Pause ist die Herbergssuche des freien Ensembles offiziell beendet. Seit Kurzem besitzt die OFF-Truppe nämlich ihr eigenes theatrales Etablissement, bei dem sie – eh klar – auch selbst Hand angelegt haben. Das Ergebnis darf sich sehen lassen: Das OFF Theater. Seine Theater-Taufe hat das junge Haus mit der Premiere von Ken Campbells Komödie „Mr. Pilks Irrenhaus“ bereits hinter sich und selbstverständlich mit Pauken und Trompeten bestanden. Continue Reading

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Muss es heute Nacht sein? – Kleines Theater

Eine Nacht mit Frankie und Johnny.

Caroline Richards‘ Inszenierung MUSS ES HEUTE NACHT SEIN? lässt chaotisch-liebenswürdiges Mittelmaß mit allen Ecken und Kanten zu Stars einer ganz speziellen Seelenschau werden.

Frankie ist Kellnerin in einem Imbiss und hat Männern eigentlich abgeschworen. Eigentlich! Denn dann trifft sie Johnny. Sofort fallen ihr am Hilfskoch seine Handgelenke auf, die sie verklärt als „sexy“ bezeichnet. Kurz darauf landen die beiden bereits im Bett. Das gegenseitige Kennenlernen folgt erst danach und ist der Punkt, an dem die Regisseurin das Publikum zuschaltet. Von jetzt an ist es live dabei – und rekonstruiert Schritt für Schritt die Vergangenheit von Frankie und Johnny. Continue Reading

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Alice. Anatomie einer Suche – ARGEtheater

„Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“

Alice gibt es in Christine Winters Inszenierung ALICE – ANATOMIE EINER SUCHE gleich satte dreimal: Ein kurzweiliges, einfühlsames und wunderbar groteskes Coming-of-Age Stück in Nonsense-Tradition.

Das Erstaunliche an Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“ ist ja, dass es jede*r, und zwar wirklich jede*r, kennt. Sogar die, die noch keine einzige Zeile daraus gelesen haben, sind bestens informiert. Das liegt nicht nur an den zahlreichen Verfilmungen des populären Klassikers, der seinen Erfolgszug 1865 von England aus antrat. Das Pionierstück des literarischen Nonsense schrieb sich nach und nach ins kulturelle Gedächtnis und richtete es sich wohnlich ein. Von dort aus lässt es jetzt seinen Blick schweifen und bleibt dieser Tage an Christine Winters ALICE – ANATOMIE EINER SUCHE hängen. Continue Reading

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Carmen à trois – MotzArt Festival

Brush up your Bizet.

Endlich hält der Humor Einzug im Hause CARMEN, der berühmten Opéra comique von Georges Bizet. CARMEN À TROIS zeigt, wie das funktioniert. – Eine ironisch lockere Persiflage auf die Opernwelt mit hohem Wiederkennungswert.

Ich bin froh. Froh darüber, erst vor einigen Monaten Georges Bizets Oper  CARMEN auf der Bühne erlebt zu haben. Damit brauche ich dem Grüppchen vor mir kein Gehör zu schenken. Continue Reading

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Terror – Salzburger Landestheater

Lang lebe der Konjunktiv!

Es ist ein albtraumhaftes Szenario, das Dedi Baron mit TERROR am Landestheater Salzburg inszenierte. Gleichzeitig erhält das Publikum die einmalige Chance, als Schöffe*in das Ende zu beeinflussen: Packend, emotional und garantiert viel Pausen-Diskussionsstoff.

Mit dem Recht ist das so eine Sache. Jede*r meint es zu besitzen, aber niemand kann es wirklich für sich beanspruchen. Denn Recht ist nicht gleich Recht. Seit der Antike arbeiten sich Philosophen bereits an der Thematik ab und kein Ende scheint in Sicht. Im Gegenteil, Gerechtigkeit entpuppt sich als Fass ohne Boden. Continue Reading

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Schlag sie tot! – MotzArt Festival

„Schlag sie tot!“ lässt die Puppen tanzen.

Nikolaus Habjan und Manuela Linshalm lieferten mit ihrer bitterbösen Puppenproduktion „Schlag sie tot!“ einen fulminanten MotzArt Festival Auftakt. So vergnüglich und kurzweilig kann Puppentheater sein.

Wenn man in den letzten Monaten durch die Feuilletons deutschsprachiger Zeitungen blätterte, kam man an einem Namen nicht vorbei: Nikolaus Habjan. Der Grazer Puppenspieler, der lange Zeit als Geheimtipp galt, erfreut sich großer Beliebtheit. Oder sollte man sagen, seine Puppen? Denn mit denen entstaubt Nikolaus Habjan gründlich das bisweilen etwas antiquiert anmutende Marionettentheater-Flair. Als eine Art „Popstar“ unter den Puppenspieler verleiht er dem Puppentheater einen jungen, zeitgenössischen Anstrich und sorgt für Euphorie. Continue Reading

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I am shapeshifting – ARGEkultur & Shapeshifters Körperkunst

„Weil ich ein Mädchen bin“.

Jasmin Ritupers erstes Solostück I AM SHAPESHIFTING feierte kürzlich Uraufführung an der ARGEkultur. Das multimediale Tanzstück wird auch am dritten Aufführungstag mit stehenden Ovationen gefeiert – Chapeau!

Auf der dunklen überdimensionalen Videoleinwand tauchen kleine helle Punkte auf, die an Sterne erinnern. Die Perspektive fokussiert sich auf einen davon, der zu wachsen beginnt. Assoziationen zu einem sehr persönlichen Urknall drängen sich auf, denn mitten in diesem starken Bild baumelt ein Luftakrobatik Tuch vom Bühnenhimmel. Continue Reading

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Wut – Schauspielhaus Salzburg

Theater als Raum emotionaler Entäußerungen oder Die Katharsis der Autorin.

Anne Simon öffnet mit ihrer Inszenierung von Elfriede Jelineks WUT die Büchse der Pandora: wütend, provozierend, fragmentarisch und sehr gelungen.

Die antiken Götter waren noch nie für ihre Freundlichkeit bekannt. Immerhin wirtschafteten bereits die griechischen Heroen*innen mit Vorliebe in die eigenen Taschen und kultivierten das Intrigen-Wesen. Eines dieser liebenswürdigen Exemplare war Hera; sie belegte den verhassten Stiefsohn Herakles mit Wahnsinn. Daraufhin tötete der Halbgott wie im Rausch die eigene Kinderschar. 2015 heißen die Götter anders, auf die sich ihre selbsternannten Krieger berufen, der Wahnsinn ist allerdings ähnlich. Continue Reading

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