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Dorian Gray – Schauspielhaus Salzburg

Angry young man

DORIAN GRAY wurde im Schauspielhaus Salzburg in all seinen düster-schillernden Facetten inszeniert: Spannend, neu und amoralisch, aber ohne Wilde’schen Skandal.

Eigentlich sind Schriftsteller Magier, mit ihren Figuren können sie Unsterblichkeit erlangen. Zumindest dann, wenn sie in den Literatur-Olymp aufsteigen, der sich Kanon nennt. Einer dieser Glückspilze ist Oscar Wilde. Mit seinem ersten und einzigen Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“ erlebte er 1890 einen, wie man es heute ausdrücken würde, ‚mega Shitstorm‘ – aber auch die Unsterblichkeit hat eben seinen Preis. Continue Reading

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Die Freiheit des Lachens – Landestheater Salzburg

Die jungen Komödien-Wilden

Bühne frei! heißt es an drei Festival-Tagen in den Salzburger Kammerspielen für junge Komödien-Schreiber*innen, die zur FREIHEIT DES LACHENS antreten. Es winkt ein Verlagsvertrag für die Kreativen – und kurzweilige Unterhaltung für das Publikum.

Die einen gehen zum Lachen in den Keller, die anderen in die Kammerspiele. Dort findet heuer zum ersten  Mal der „Wettbewerb neuer Komödientexte“ statt: DIE FREIHEIT DES LACHENS. Lachen ist gut, vor allem in Zeiten, wo die Medien sich täglich mit Katastrophen überbieten. Lachen ist sogar so gut, dass es bereits eigene Kurse dafür gibt – schon mal Lachyoga probiert?! Continue Reading

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Illusionen einer Ehe – Schauspielhaus Salzburg

Scherben bringen Glück und französische sowieso

Frankophil beschwingt startet das Schauspielhaus Salzburg mit ILLUSIONEN EINER EHE in die neue Spielzeit – rasanter Wortwitz und französischer Charme, fantastique.

Leise plätschert das Wasser an der Zierbrunnenwand im bourgeoisen Wohnzimmer hinab. Die elegante französische Madame stellt ihrem kultivierten französischen Mann eine nonchalante Frage. „Du, sag mal, wie viele Affären hattest du eigentlich in unserer Ehe?“, Maxime ist erstaunt, ziert sich ein wenig, lässt sich dann aber auf einen Handel ein. Wenn er Jeanne eine Zahl nenne, müsse sie auch eine angeben – und danach sei beiden Absolution gewiss. Man stehe schließlich über solch‘ banalen Dinge, richtig?! Richtig. Das heißt, soweit der Deal, der natürlich gleich darauf aus sämtlichen Nähten platzt. Continue Reading

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Hilda – theater.direkt & ARGEkultur

Pygmalion war eine Frau

Wenn sich zwei streiten, freut sich nicht immer der Dritte. Michael Kolnbergers HILDA-Inszenierung an der ARGEkultur kann ein Liedchen davon singen: fesselnd!

„Ich mach‘ mir die Welt – widdewidde wie sie mir gefällt“, singt Pippi Langstrumpf fröhlich und tanzt bunt bestrumpft keck durch die eigene Realität. Marie NDiayes legt in ihrem Theater-Erstling HILDA noch etwas nach und befeuert den Welt-Baukasten mit zeitgenössischen Diskursen und politisch-gesellschaftlichem Brennstoff. Diese brisante Mischung inszenierte jetzt Michael Kolnberger mit dem theater.direkt an der ARGEkultur und sorgt für intensive Theaterminuten. Continue Reading

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Single Release NRVS LVRS

Zuckerwatte für die Elektro-Seele

Indie-Rock? Das ist NRVS LVRS zu wenig. Deshalb hat sich die US-Band auf Indie-Rock mit Darkwave-Synthesizer-Klängen spezialisiert. Am 17. Oktober gastieren die Kalifornier mit ihrem brandneuen Album in Salzburg.

Was haben Hebräisch und NRVS LVRS gemein? Es ist so offensichtlich, dass es nicht weiter ins Auge fällt: Beide verzichten auf Vokale. Dieses Wissen im Hinterkopf, lässt sich die vormals scheinbar kryptische Konsonanten-Aneinanderreihung NRVS LVRS plötzlich spielend dechiffrieren – NRVS LVRS wird also „Nervous Lovers“ gesprochen. Ob Andrew Gomez und Bevin Fernandez tatsächlich „nervous“ sind, lässt sich aus der Ferne schlecht feststellen. Der „lovers“ Part scheint bei dem Ehepaar aber durchaus gegeben. Fest steht außerdem, dass ihr Beziehungsstatus sie nicht daran hindert, 2015 mit NRVS LVRS durchzustarten. Continue Reading

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Im Portrait: Christian Dolezal

Sprung durch die Jahrhunderte

Der österreichische Schauspieler Christian Dolezal ist für einen Abend zurück am Kleinen Theater: Arthur Schnitzlers Leutnant Kasda lässt bitten.

Vor einiger Zeit stand Christian Dolezal mit der Dramatisierung – oder Monologisierung – von Thomas Glavinic‘ DAS BIN DOCH ICH auf der Bühne des Kleinen Theaters und sorgte für Eindruck. Eine Nische schien gefunden, die der Schauspieler gekonnt ausfüllte; endlich fühlte sich auch der nicht ganz so theateraffine Mann im Zuschauerraum so richtig wohl, der immer schon mal „Männersachen“ auf der Bühne sehen wollte, aber bisher meistens darauf verzichten musste. Continue Reading

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Schlafstörungen – LAUBE VOLXtheaterwerkstatt

Fortsetzung (er)folgt

In der Theaterwerkstätte wurde wieder künstlerisch gehämmert und geschlagen. Das Resultat darf, soll, muss sich sehen lassen: SCHLAFSTÖRUNGEN von Reinhold Tritscher. Hingehen, ansehen und sich großartig unterhalten.

Wer erinnert sich noch an den HAFEN DER GESTRANDETEN SEHNSÜCHTE? Das merkwürdig andere, herrlich absurde und gerade deshalb so berührende Theaterstück premierte 2016. Jetzt hat die LAUBE VOLXtheaterwerkstatt nachgelegt: Mit SCHLAFSTÖRUNGEN knüpft Reinhold Tritscher an die erfolgreiche Vorjahresproduktion an. Und so unwahrscheinlich es auch klingen mag, der sympathisch-absurde Wahnsinn aus dem HAFEN DER GESTRANDETEN SEHNSÜCHTE ist tatsächlich steigerbar. Continue Reading

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Flavourama Battle – Salzburg

Dance flavour and battle drama

‚Straßentänze statt Straßenkämpfe‘ lautete die amerikanische Devise. 2017 stehen Spins, Akrobatik und der Spirit beim FLAVOURAMA BATTLE in Salzburg im Fokus.

Amerika irgendwann in den 1960ern: Die weißen Jets stolzieren im adrett formierten Grüppchen durch die Straßen und schnipsen provokant mit den Fingern. Es dauert nicht lange, da treffen sie auf einen der selbstsicheren pu­er­to-ri­ca­nischen Sharks, und jagen ihn choreografierten Schrittes in die Flucht. Schnitt. Jetzt sind die Jets in der Minderheit und werden von den Sharks mit spöttischen „chick, chick – chicken“ Rufen vor sich her getrieben, bevor die Szene einmal mehr kippt. Continue Reading

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Betrogene Betrüger – Theater ecce

Tour-de-Farce

Das Theater ecce verkürzt das Sommerende: Reinhold Tritscher inszenierte die Uraufführung von Peter Blaikners Komödienspiel BETROGENE BETRÜGER.

Mediävisten*innen und alle, die immer schon mit einer Inszenierung mittelhochdeutscher Texte in die Moderne geliebäugelt haben, werden frohlocken. Peter Blaikner hat’s getan. Gut, das ‚deutsch‘ darf an dieser Stelle getrost gestrichen werden. Für BETROGENE BETRÜGER ließ sich der Autor schließlich von fünf französischen Farcen inspirieren – dem ‚Mittelhochen‘ blieb er allerdings treu und legte noch ein Scherflein nach. Der Übersetzung folgte die Nachdichtung, die der sprachaffine Blaikner mit einer Modernisierung garnierte. Continue Reading

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Vertraulichkeiten – Armes Theater Wien

Die Wiener Theatervagabunden

Sommerliches Off-Theater in der Bundeshauptstadt: Erhard Pauer inszenierte am Armen Theater Wien das gelungen heitere Verwirrspiel VERTRAULICHKEITEN.

Theater für jedermann ist nicht nur eine häufig bemühte Floskel, sondern auch die Vision der meisten unabhängigen Bühnen. Bei den Off’lern des Armen Theater Wiens drängt sich aber das Gefühl auf, dass es sich um kein bloßes Kokettieren mit einer freien Tätigkeit handelt – nein, hier brodelt wahre Theater-Leidenschaft und wird mit bestmöglichen Mitteln an ein noch breiteres Publikum gebracht. Dabei darf es gerne auch etwas anspruchsvoller sein: So wie mit Pierre Carlet de Marivaux‘ Rokokokomödie „Les Fausses Confidences“ („Falsche Vertraulichkeiten“), das Erhard Pauer in einer Überarbeitung von Krista Pauer inszenierte. Continue Reading

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